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  Umbau und Sanierung der Berlinischen Galerie - Vom Industriebau zum Museum

     



  Berlin verfügt über eine Vielzahl von Museen; - vom Pergamon bis zum jüdischen Museum spannt sich der Bogen. Vom beeindruckenden Denkmal bis zum architektonisch aufregenden Neubau reicht die Palette der Museumsbauten. Der Neubau der Berlinischen Galerie jedoch ist etwas Ungewöhnliches, denn hier entstand mit wenig Geld aus einem nüchternen Industriebau der sechziger Jahre ein klar strukturiertes, repräsentatives Ausstellungshaus mit optimaler Raumausnutzung.

1975 wurde die Berlinische Galerie für „Kunst im lokalen Berliner Zusammenhang“, von engagierten Bürgern gegründet. Sie präsentiert bildende Kunst, graphische und photographische Sammlung, Architektursammlung und Künstlerarchive. Im Laufe der Jahre erwarb sie meist durch Schenkungen einen Schatz an Kunstwerken aus Dada, Expressionismus, russischer Avantgarde und neuer Sachlichkeit. Nach zwölf Jahren im Martin-Gropius-Bau, den sie 1998 wegen der Sanierung des Baus verlassen musste, folgten diversen Gastausstellungen der „Berlinischen Galerie“ in fremden Häusern. 2004 erhielt sie endlich ihr eigenes Haus mit 4600 Quadratmetern Ausstellungsfläche.

Ganz in der Nähe des jüdischen Museums liegt der Gebäudekomplex von 1965, der ehemals als Glaslager genutzt wurde. Er bestand aus einer 11 Meter hohen kubischen Halle mit einer Grundfläche von 60 x 60 Meter, einem 8 Meter hohen Vorbau sowie einem viergeschossigen Bürogebäude. Den Umbau übernahm die DIBAG Industriebau AG, nach Entwürfen des Architekten Jörg Fricke und in enger Abstimmung mit der Berlinischen Galerie. Da das knappe Gesamtbudget von nur 18,7 Mio. Euro eine architektonische Neugestaltung von vorneherein ausschloss, konzentrierte sich die Planung darauf, maximale Raumausnutzung mit optimaler Funktionalität zu verbinden, und die schlichte Klarheit des industriellen Zweckbaus weitgehend zu erhalten.
Im Mittelpunkt stand das Raumkonzept, das möglichst alle Anforderungen des Museums mit seinen verschiedenen Sammlungen erfüllen sollte. Einerseits war eine klare Gliederung des Raumes erwünscht; andererseits sollten klassische Formate und raumgreifende Installationen zusammenhängend präsentiert werden. So wurde die kubische Halle durch eine teilweise geöffnete Zwischendecke unterteilt. Im Bereich der Deckenöffnung entstand ein beeindruckender Raum von zehn Metern Höhe, der von einer Freitreppe dominiert wird. Rundherum gruppieren sich Ausstellungsbereiche im Erdgeschoss und in der oberen Ebene. Um den wechselnden Ausstellungen gerecht zu werden, verzichtete man im Obergeschoss weitgehend auf fest eingebaute Wände, sonders setzte auf flexible Stellwandsysteme, die den Anforderungen der jeweiligen Ausstellung angepasst werden können.

Der Umbau der nach nur einem Jahr Bauzeit abgeschlossen werden konnte, barg einige technische Schwierigkeiten. Besonders beim Einbau der abgehängten Decken gab es Besonderheiten. Der Bau war ein typischer Industriebau der 60er Jahre mit einer für Hallen typischen tragenden Konstruktion aus sehr schlanken Spannbetonträgern in T-Form auf Stützen. Da bei schlanken Spannbetonträgern häufig der gesamte Querschnitt zur Aufnahme der eingebrachten Druckspannungen genutzt wird, vermeidet man es bei der Sanierung möglichst, den Trägerquerschnitt durch Bohrungen oder Dübel zu stören. So auch in der Berlinischen Galerie. Daher verzichtete man darauf, die Hänger für die abgehängte Decke an den Spannbetonträgern zu befestigen. Stattdessen legte man U-Aussteifungsprofile von oben auf die Träger und hängte links und rechts von diesem Gewindestangen ab, an denen wiederum PROTEKTOR-Weitspannträger C77 in der gewünschten Höhe befestigt werden konnten. So erhielt man ohne Eingriff in den Spannbetonträger eine tragende Konstruktion zur Befestigung der abgehängten Decke. Ein weiterer Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass die Weitspannträger an den Gewindestangen in jeder gewünschten Höhe fein justiert werden konnten. Dies wurde erforderlich, da der Rohbau wie in vielen Altbauten Ungenauigkeiten aufwies. In diesem Fall bildeten die Unterseiten der Spannträger keine höhengleiche, horizontale Ebene, was durch die PROTEKTOR-Konstruktion geschickt ausgeglichen wurde.

Doch nicht nur ungewöhnliche Details waren in der Berlinischen Galerie gefragt. „Wegen der starken Rasterung der Decke durch Unterzüge, einbaute Lichtschienen und Randfugen mussten unsere Monteure besonders exakt und akkurat arbeiten.“ so Roman Warzecha, Bauleiter der ausführenden Firma Rogge Spezialbau GmbH, Berlin. „denn Fehler in der Ausführung fallen bei so einer Deckenaufteilung sofort ins Auge.“ Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Berlin hat einen neuen bemerkenswerten Museumbau, der in seiner Schlichtheit, Modernität und Klarheit der Linienführung überzeugt.
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