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  Frauenkirche Dresden

Brandschutz mit PROTEKTOR-Unterkonstruktionen



     
Frauenkirche 5

Frauenkirche 1

Frauenkirche 2

  Beim Wiederaufbau der Dresdener Frauenkirche denkt man an die wechselvolle Geschichte der Stadt, an Kunst und Architektur. Das Thema Brandschutz spielt dagegen in der Diskussion selten eine Rolle, obwohl die Frauenkirche nach den verheerenden Bombenangriffen der letzten Kriegstage ausgebrannt in sich zusammenstürzte.
Sicherheit und moderner Brandschutz waren daher für die Ingenieure und Planer beim Wiederaufbau der Frauenkirche zentrale Themen. Besonders die Emporen,  die später ca. 1200 Menschen Platz bieten werden, sollten allen Sicherheitsanforderungen gerecht werden: - ein Ziel, das mit Brandschutzbekleidungen von Protektor und Fermacell sicher erreicht werden konnte.

Besonderes Gewicht im Innenraum der Frauenkirche haben die fünf halbkreisförmigen Emporen. Sie sind rund um den barocken Zentralbau angeordnet, der durch die herrliche Innenkuppel dominiert wird und auf den Altarraum ausgerichtet ist. Bereits seit 1996 arbeitete ein Team unter der Leitung des Architekten Uwe Kind von der IPRO Dresden an der Planung und Überwachung der Arbeiten am Zentral- und Altarraum. Das Ziel der Planer war es, den Raumeindruck von 1736 so weit wie möglich wiederherzustellen. Doch Sicherheitsaspekte machten einige Änderungen bei der Konstruktion und der Materialauswahl erforderlich. Ursprünglich wurden die Emporen als Holzkonstruktion ausgeführt. Doch nach den tragischen Erfahrungen in Dresden spielte der Brandschutz beim Wiederaufbau der Frauenkirche eine zentrale Rolle. Und so wählte man für die Emporen diesmal eine aufwändige dreischichtige Konstruktion, die den drei wichtigsten Anforderungen gerecht wird. Sie weist sowohl ein geringes Gewicht, als auch einen hohen Feuerwiderstandsdauer auf und  wirkt optisch im Endeffekt völlig originalgetreu. Das Grundgerüst bildet eine Stahlkonstruktion, die die  tragende Funktion übernimmt und die Form Emporen grob vorgibt. Die anschließende vollflächige Trockenbau-Bekleidung schützt die Konstruktion brandschutztechnisch und gibt den Emporen ihre exakte Form. Um die Oberfläche so originalgetreu wie möglich zu gestalten wurden Tischlerplatten mit Stuckverzierungen aufgebracht und mit Malereien nach Originalvorlagen versehen.
Da die dritte Schicht zum großen Teil aus brennbaren Holzplatten besteht, bildet sie eine erhebliche Brandlast und verschärft die Anforderungen an den Brandschutz. Die Trockenbau-Konstruktion musste daher eine Feuerwiderstandsdauer von neunzig Minuten (F 90) aufweisen. Erreicht wurde das im Wesentlichen durch eine Unterdecke bzw. eine vollflächige Bekleidung mit einer PROTEKTOR-Unterkonstruktion und einer zweilagigen Beplankung aus Fermacell-Bauplatten. Aufgrund der komplizierten Geometrie der Emporen mit Höhenunterschieden, Ecken und Versprüngen entwickelten die Firmen PROTEKTORWERK und Xella-Baustoffe insgesamt fünf verschiedene Befestigungs- und Abhängevarianten, die im IBMB  Braunschweig brandschutztechnisch begutachtet wurden. Details, wie Höhenversprünge und Hohlkehlen wurden gesondert betrachtet.
Schräge Flächen wurden gestaltet, indem man die höhengleiche Deckenkonstruktion K 400 H mit Caddy-Klammern und Noniushängern in verschiedenen Längen von den Stahlträgern abgehängte. Eine Beplankung  aus zwei Fermacell-Bauplatten und Füllplatten in den Profilen sicherten die Brandschutzeigenschaften. Für Unterdecken direkt unterhalb der Stahlträger wurden CD-Profile auf die Stahlträgergurte aufgelegt und mit einer doppelten Beplankung versehen. Wo ein Höhenausgleich erforderliche war, wurde mit zusätzlichen Plattenstreifen gearbeitet.
Die perfekte Gestaltung der Bekleidung war eine Herausforderung, die die ausführende Firma Elsner Trockenbau GmbH aus Dresden perfekt meisterte.
So werden die Stahlträger der Empore jetzt mit den F 90-Unterdecken mehr als  neunzig Minuten vor Brandeinwirkung geschützt und behalten während dieser Zeit  ihre tragende Funktion. Um den Menschen gleichzeitig einen sicheren Fluchtweg zu ermöglichen, wurden auf den Emporen leicht gebogene F 90-Wände in Trockenbauweise errichtet, die die Flüchtenden von den Emporen abschirmen und zu den Treppenhäusern führen. 
Auch andere Speziallösungen wurden aufgrund des Brandschutzes eingeplant. So gibt es Festverglasungen in den Bögen der Innenkuppel, in den Räume zu den Treppenhäusern sowie an den Öffnungen der Hauptkuppel zur Wendelrampe. Sie bewirken, dass die Aufgänge der Treppentürme und des Wendelganges im Brandfall sicher rauchfrei bleiben und damit weiter als Fluchtweg fungieren können. Zusätzliche Entrauchungsfenster, Brandmelde- und Warnanlagen, Türschließsysteme und Rauchdichtverglasungen vervollständigen das Brandschutzprogramm der neuen Frauenkirche.

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